Hund entlaufen – Was tun?

1. Kurz nach dem Verschwinden

Bleibe (oder eine dem Hund vertraute Person) nach Möglichkeit an dem Ort, an dem dein Hund verschwunden ist. Ist er nach ca. 15 Minuten nicht zurückgekehrt, kann es sein dass er zu deinem geparkten Auto gelaufen ist und dort wartet. Solltest du dich im Nahbereich von Zuhause befinden, läuft der Hund gegebenenfalls dorthin zurück. Stelle telefonisch sicher, dass der Hund Zugang zu seinem Garten / Haus hat (entweder Familienmitglied zu Hause oder Gartentür offen), aber bleibe Du selbst unbedingt am Entlaufort!

2. Eine Weile nach dem Verschwinden

Ist dein Hund nach mehr als 20 Minuten noch nicht zu dir oder dem parkenden Auto zurückgekehrt, solltest Du die Tiersuch-Notfallkette anlaufen lassen:

  • TASSO Haustierregister verständigen: Tasso Notruf-Hotline: +49 6190 – 93 73 00 – schicke Tasso unbedingt direkt auch ein Foto deines Hundes! (Nur bei einer Vermisstenmeldung mit Foto werden autom. alle Tasso-Suchhelfer in der Region informiert!)
  • Polizei anrufen
  • Jäger oder Forstamt, Tierheime verständigen (klicke hier für Telefonnummern für den Landkreis Konstanz)
  • Tierärzte und Kliniken, Autobahnmeisterei, regionaler Rundfunk
  • Eine professionelle Tiersuchberatung hinzuziehen: K‑9® Hotline: +49 173 / 979 66 66
  • Bleib weiterhin am Entlaufort!
  • Dein Tiersuchberater wird dir sagen, welche Maßnahme erfahrungsgemäß in deinem Fall die erfolgversprechendste ist. Das hängt von unterschiedlichen Faktoren wie z.B. den genauen Entlaufumständen, dem Gebiet und dem Hund ab.

Wichtig: Hinterlasse bei den Behörden immer eine Rückrufnummer und bedenke, dass die einzelnen Institutionen nicht untereinander vernetzt sind.

Bleibe jederzeit telefonisch erreichbar (ggf. an Ladekabel und Powerbank denken)! Wenn du Facebook nutzt, denke daran regelmäßig deinen Messenger auf Nachrichten von Unbekannten zu checken – diese werden standardmäßig ausgeblendet!

Die für den Landkreis Konstanz wichtigsten Kontaktinformationen (Polizei, Tierheime, Jäger etc.) findest du >> hier.

3. Wenn dein Tier bereits mehrere Stunden weg ist

Fertige Flyer mit einem möglichst aktuellen Foto deines Tieres, deiner Rufnummer und der Ortsangabe wo der Hund entlaufen ist an. Auf der Homepage von www.tasso.net hast Du eine einfache und schnelle Möglichkeit, solche Plakate zu erstellen. Wildes Plakatieren mit eigenen Zetteln ist verboten, bitte hole dir die Erlaubnis der zuständigen Behörden, Parkverwaltung, Praxen oder Ladenbesitzer ein.

Zudem hat es sich bewährt, bei Polizei und Tierheimen auch mehrfach nachzufragen bzw. direkt hinzufahren (Schichtwechsel etc.).

Facebook bietet eine gute Plattform für Haustier-Vermisstenanzeigen. Es gibt bereits einige Gruppen/Seiten, die extra dafür eingestellt wurden und bereits stark vernetzt sind. Sorge aber dafür, dass alle Informationen zentral bei dir zusammenlaufen und etwaige Maßnahmen mit dir abgestimmt werden. Viele Köche verderben nicht zwingend den Brei, aber es ist zumindest wichtig, dass alle am gleichen Strang in dieselbe Richtung ziehen und voneinander wissen.

Achtung vor Betrügern im Internet! Nicht die private Telefonnummer öffentlich einstellen oder auf Suchplakaten angeben! Es hat mittlerweile schon mehrere Fälle gegeben, bei denen Geld verlangt wurde für die Rückvermittlung des Tieres. Besser ist es den TASSO Kontakt anzugeben, Notruf-Hotline: +49 6190 – 93 73 00

Dein Tiersuchberater wird dir sagen, welche Maßnahme als nächstes der Erfahrung nach in deinem Fall die erfolgversprechendste ist. Dies könnte z.B. sein: das weitere Bleiben am Entlaufort (ggf. Übernachten), das Legen einer Geruchsschleppe nach Hause oder zu einem „sicheren Hafen“ (Hundebox, Auto, etc.), das Einrichten einer Futterstelle mit Wildkamera, ein Suchhundeeinsatz. Das hängt von unterschiedlichen Faktoren wie z.B. den genauen Entlaufumständen und dem Hund ab.

Grobe Indikationen, dass ein Suchhundeeinsatz sinnvoll/erforderlich sein kann, sind: Leine dran, Hund verletzt (Unfall), Hund sehr jung (unter 1 Jahr), Hund sehr alt, Hund krank/behindert, Hund braucht Medikamente, Hündin mit Welpen.

4. Der Einsatz von Tiersuchhunden

Die K9® Tiersuchhunde sind dazu ausgebildet, die Spur eines entlaufenen Tieres (vorwiegend Hunde und Katzen, aber auch jegliche andere Art) zu verfolgen.

  • Das Tier wird wenn möglich entweder direkt gefunden (wenn es beispielsweise festhängt, verletzt oder tot ist)
  • Es wird ein Gebiet eingekreist, indem sich das Tier befindet (beispielsweise Angsthund der sich versteckt). Es ist wichtig das vermisste Tier nicht weiter weg zu treiben, sondern es möglichst stationär in einem Gebiet zu halten. Geh also bei einem unsicheren oder gar Angsthund nicht selber suchen, schon gar nicht mit einer Horde Freiwilliger, und auf keinen Fall mit irgendwelchen Hunden!
  • Es wird gesagt, ob der Hund mobil ist, oder wo eine Spur endet (beispielsweise Tier wurde in einem Auto abtransportiert)

Wichtig: Bei der Sicherung des Tieres spielt der Besitzer häufig eine große Rolle. Bleibe bitte während des Einsatzes immer in der Nähe oder telefonisch erreichbar.

Ob die Tiersuchhunde erfolgreich sind, hängt maßgeblich von der Gewinnung des Referenzgeruches bzw. dessen Qualität ab. Um den Tiersuchhunden sagen zu können, welche Spur sie verfolgen sollen, benötigen sie die Geruchsquelle des vermissten Tieres. Jedes Tier hat einen Individualgeruch (wie genetischer Fingerabdruck).

Wichtig: Deshalb unbedingt eine Kontamination der möglichen Geruchsquellen durch Dritte vermeiden! Also nichts anfassen (lassen) und vor möglichen weiteren Haustieren sicherstellen.

Als Geruchsartikel geeignet sind beispielsweise folgende Dinge des vermissten Tieres:

  • Halsband, Geschirr, Mäntelchen (Innenseite)
  • Kot, Haare/Fell
  • Decke aus Körbchen oder Box
  • Bürste, Spielzeug

Wichtige Regeln für den Einsatz von Tiersuchhunden:

  • Der Suchhund nimmt in der Regel den Geruch, der am frischsten ist. D.h. es muss darauf geachtet werden, dass das vermisste Tier als letztes Individuum den Geruchsartikel berührt hat.
  • Ist der Geruchsartikel „verunreinigt“ (Anfassen beim Halsband anziehen, Katze auf der Hundedecke, …), dann müssen alle Zwei- und Vierbeiner, die mit Gegenstand irgendwie in Kontakt gekommen sein könnten, am Start sein, so dass der Suchhund sie ausschließen kann. Dies wird aber dein Beater mit dir in Ruhe besprochen. grundsätzlich gilt: je „reiner“ der Geruchsartikel ist, desto besser.

Bei der Sicherung eines Geruchsartikel beachte bitte Folgendes:

  • Nimm dir eine frische Tüte (z. B. Gefrierbeutel, geruchsfreien Müllbeutel; nicht antibakteriell!) und greife mit der Hand an die Außenseite, dann auf links gedreht überstülpen (ähnlich wie Kotbeutel beim Aufsammeln von Häufchen). Somit ist die Innenseite der Tüte noch unberührt.
  • Dann greife damit den Gegenstand (späteren Geruchsartikel) und ziehe ihn nach innen in die Tüte.
  • Die Tüte verschließen und an einem sicheren Ort aufbewahren.
  • Geruchskopien erstellen dann die Tiersucher selbst.

Falls Du kein PetGuard®-Kunde bist, fallen für einen Suchhundeeinsatz Kosten an:

Da wir in die K-9® Tiersuche Schweiz eingegliedert sind, werden die Kosten auch zu den Konditionen der K-9® Tiersuche Schweiz abgerechnet (Stand 01.01.2019):

  • In der Beratung arbeiten wir ehrenamtlich und kostenlos.
  • Wird ein Einsatz mit Suchhunden notwendig, oder wird eine Lebendfalle von uns gestellt, kostet dies pauschal EUR 150,-. Dieses Geld wird im Verein für die Weiterbildung und die Anschaffung von Material eingesetzt.
  • Zusätzlich kommen pro gefahrenen Kilometer EUR 0,50 als Kilometerentschädigung für die Fahrzeugführer/innen dazu. Es werden maximal 2 Fahrzeuge verrechnet.

Alles Gute und viel Erfolg wünschen dir die K‑9® Tiersucher